Es muss anders werden – es kann anders werden!

20. Juli 2010

(Programmdiskussion in der BO Neukloster)

Ein grundlegender Politikwechsel für eine sozial gerechte Gesellschaft muss erfolgen. Arbeit soll gerecht verteilt werden, nicht Hartz IV, sondern staatlich geförderte Arbeitsplätze sind notwendig. Das Arbeitslosengeld I soll nach der Anzahl der Arbeitsjahre gestaffelt werden – danach wären gemeinnützige Arbeiten denkbar.

Daseinsvorsorge – Strom-, Wärme-, Wasser- und Abwasserversorgung gehören in die Hand des Staates.

Alle Bodenschätze (auch Kiesgewinnung) sollten in Staatseigentum übergehen mit dem Ziel, dass der Staat Geld für die Finanzierung seiner Aufgaben erhält  (freie KiTa-Plätze, kostenlsoe Bildung, bezahlbare medizinische Betreung u.a.).

Kernkraftwerke sollen nach einem festgelegten Plan, so schnell wie möglich, abgeschaltet werden. Betreiber von KKW sollten an den Kosten der Lagerung der Brennstäbe beteiligt werden (mindestens für die nächsten 10000 jahre)

Erneuerbare Energien sollen weiter gefördert werden.

Aus den Pflichtabgaben der Kraftwerksbetreiber sollen Rücklagen für die Lagerung bzw. Rekultivierung und den Rückbau gebildet werden.

Sozialversicherung: eine Krankenkasse ist ausreichend! Die Beitragsbemessungsgrenzen sollten hochgesetzt bzw. komplett gestrichen werden.

Soziale Sicherheit im Zeitalter der Globalisierung

22. Mai 2010

Die nunmehr 4. Gesprächsrunde im Rahmen der Programmdiskussion war auch deshalb besonders, weil wir Gäste aus dem Kreisverband Pinneberg begrüßen konnten. Wir wollen regelmäßige Kontakte zwischen den beiden Kreisverbänden herstellen und der Samstagvormittag sollte ein erster Schritt dazu sein.

Die Diskussionsteilnehmer stimmen darin überein, dass der in den Programmatischen Eckpunkten enthaltene Punkt “Sozialsysteme: Sicherheit und Förderung für jede und jeden statt Zwang und soziale Spaltung” die sozialen Grundpositionen der LINKEN richtig widergibt. Wer – wie wir – soziale Sicherheit als ein Menschenrecht auf angemessenes und würdiges Leben begreift, der kommt nicht umhin, den derzeitigen Abbau des Sozialstaates zu kritisieren und entschiedenen Widerstand dagegen anzukündigen. Folgende Anregungen wurden in der Diskussionsrunde geäußert:

- Die in der Präambel zu diesem Punkt dargestellte Situation sollte dahin gehend ergänzt werden, dass durch Politik, Banken und Unternehmen gezielt darauf hin gearbeitet wird, den Sozialstaat abzubauen.

- Leiharbeit und alle prekären Arbeitsverhältnisse sind abzulehen bzw. gesetzlich so zu gestalten, dass Leiharbeitern bei gleicher Arbeit das gleiche Arbeitsentgeld wie fest angestellten gezahlt wird. Existenzsichernden Langzeitarbeitsverhältnissen ist immer Vorrang einzuräumen.

- Rentenempfängern sind Renten zu zahlen, die ein menschenwürdiges Leben im Alter ermöglichen. Wie das erfolgt – ob über die bisherigen Rentenversicherungssyteme oder staatliche Zahlungen – ist dabei unerheblich.

- unbedingt zu bekräftigen ist die Forderung nach einer solidarischen Bürgerversicherung. Durch die Einbeziehung aller Einkommen und die Abschaffung aller anderen Kassen stünde ausreichend Geld für eine hochwertige medizinische Versorgung für alle Bürger zur Verfügung

Bekräftigt wurde die Auffassung, dass durch Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums die für die sozialen Forderungen notwendigen Gelder zur Verfügung stünden. Die LINKE muss dafür in breiter Front alle Bürgerinnen und Bürger aktivieren und gemeinsam mit Ihnen für diese Ideen streiten.

Beschäftigungspolitik muss Teil einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftspolitik sein

10. April 2010

Die dritte Gesprächsrunde in der Programmdiskussion unseres Kreisverbandes Nordwestmecklenburg fand am 20. März in der Geschäftstelle in Grevesmühlen statt. Dies war als Anschlussdebatte zur Januar-Veranstaltung. „Arbeit – für wen, wie und für wie viel Geld?“ gedacht.

Im luftleeren Raum fand dies nicht statt. In den Beratungen des Bundeshaushaltes kündigte sich an, dass die „Eingliederungsmittel“ für Hartz-IV-Bezieher auf dem Vorjahresniveau von 6,6 Mrd. Euro eingefroren werden. Die Eingliederungsmittel für Alg-I-Bezieher werden sogar um 220 Millionen Euro gekürzt. Genossin Regine Lück, stellv. Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik, Bau-  und Landesentwicklung der Landtagsfraktion, nahm als Gast teil und nannte Vorstellungen, wie aus linker Sicht Arbeitsmarktpolitik aussehen sollte. Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik muss als Teil einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftspolitik begriffen werden. In MV hat es in den letzten drei Jahren  große Wechsel gegeben.

  1. Der Niedriglohnsektor ist gewachsen mit all seinen Folgen.
  2. Die Landespolitik nutzt die Bundesprogramme als Alibi, um keine aktive Arbeitsmarktpolitik mehr zu betreiben.

Ausführlich, ausgehend von den Erfahrungen von Rot-Rot in Schwerin, begründete Genn. Lück die Notwendigkeit und Machbarkeit eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors als Teil des allgemeinen Arbeitsmarktes…

In dem aufgelockerten Gedankenaustausch wurden gegenseitige Erfahrungen vorgetragen. Und was die Problematik Lohnhöhe (Kaufkraft Binnenmarkt),  und  „Griechenland-Krise“ betrifft: Deutschland hat seit 2001 Leistungsbilanzüberschüsse von 1.340 Mrd. Dollar angehäuft. Trotz einer Steigerung von 10%  der Produktivität, sanken die Reallöhne um 2,8%.

Unsere Exportüberschüsse landen nicht als Lohnerhöhung bei der Bevölkerung, sondern  bei den Fonds der Banken, verstärken die Ungleichgewichte im Euroraum und verschlechtern die Möglichkeiten für die Realwirtschaft (Mittelstand). Am Vortag hatte Regine Lück einem Vortrag von Heiner Flassbeck (1998 Staatssekretär unter Finanzminister O. Lafontaine) vor Rostocker Unternehmern beigewohnt. Inhaltlich große Klasse. Viel zu kurz um dies hier wiederzugeben.

Darum weiterführende Literatur:
„Dann bricht Europa auseinander“ H. Flassbeck in: der Freitag Nr. 07/2010 (18.02.10) und „Gierig währt am längsten“ W. Vontobel in: der Freitag Nr. 10/2010 (10.03.10) Wochenthema www.freitag.de;
„Memorandum 2010 Sozial-ökologische Regulierung statt Sparpolitik ..“ Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftpolitik
www.memo.uni-bremen.de

Es war keine Märchenrunde und trotz dessen die Frage: Was hatte nun diese Runde mit Schneewittchen zu tun? Die hatte volles Haus, als sie im Wald einzog. Mehr Teilnehmer in (und aus) Grevesmühlen, wenn jemand zu Gast ist wäre auch nett. War trotzdem eine interessante Sache.
Helge Hartmann

Ergebnis der Gesprächsrunde “Wirtschaft und Ökologie – geht das zusammen?”

20. Februar 2010

Die nunmehr zweite Gesprächsrunde fand zu diesem Thema am 20. Februar in Grevesmühlen statt. Hier soll nicht der gesamte Verlauf der Diskussion aufgeschrieben werden, sondern zunächst einige Anmerkungen zu den vorliegenden Ausführungen in den “Programmatischen Eckpunkten”, Punkt III/2.
Die Gesprächsteilnehmer sind sich einig darüber, dass der vorliegende Entwurf richtige Schwerpunkte enthält. Es gibt dazu folgende Anmerkungen:
In der Einleitung sollte aufgenommen werden, dass die Hauptressource Deutschlands das geistige Potential, die Bildung der Bürger ist. Deshalb sind hauptsächlich Investitionen in Forschung und Entwicklung notwendig.
Zusätzlichliche Zukunftsinvestitionen werden bejaht – des besseren Verständnisses wegen sollte jedoch auch die bisherige Investitionssumme mit aufgeführt werden. Gleichzeitig wäre aufzuzeigen, dass die genannten 40 Mrd. Euro durch die im zweiten Unterpunkt angemahnten Erhöhungen der Einnahmen sicher aufgebracht werden könnten. Weiterlesen »

Ergebnis der Gesprächsrunde „Arbeit – für wen, wie und für wie viel Geld?“

27. Januar 2010

Die folgende Zusammenstellung ist keine Niederschrift! Sie ist der Versuch, die in der Beratung geäußerten Meinungen, Standpunkte und Vorschläge zu notieren und sie Nichtteilnehmern zur Verfügung zu stellen sowie sie auch für weitere Beratungen zur Hand zu haben.

  • Als Arbeit wird jede Tätigkeit des Menschen bezeichnet. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob die Arbeit gesellschaftlich notwendig ist oder nicht, ob sie wertschöpfend ist oder nicht.
  • Arbeit hat gesellschaftlichen Charakter, sie ist für den Einzelnen lebensnotwendig (Lebensunterhalt) und lebenswichtig (Selbstbestätigung, Erfüllung). Aber: der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten, er arbeitet, um zu leben! Weiterlesen »

Satzungskonferenz am 23. Januar in Güstrow

27. Januar 2010

Wie ihr sicher wisst, steht vor unserer Partei neben der Programmdebatte auch die Aufgabe, über Änderungen in der Landessatzung zu beraten. Während noch kein Parteiprogramm vorliegt, wurde auf dem Gründungsparteitag eine neue Bundessatzung verabschiedet und im Nachgang dann eine neue Landessatzung erarbeitet. Dies geschah mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass diese Satzung in ihrer Handhabbarkeit und Praxistauglichkeit zu überprüfen sei und zu gegebenem Zeitpunkt zu ändern wäre.

Aufgrund einiger Probleme, die nun bei der Umsetzung der Landessatzung auftraten, soll diese in diesem Jahr dem Landesparteitag zur Änderung vorgelegt werden. Um diese Satzungsänderung ordentlich vorzubereiten, wurde am 23.01. eine Satzungskonferenz einberufen. Teilnehmer waren neben Vertretern des Landesvorstandes und der Landtagsfraktion der Landesgeschäftsführer, Mitglieder aus Kreisverbänden und Landesarbeitsgemeinschaften.

Inhaltlich wurden folgende Fragen diskutiert, die jedoch noch weiter beraten werden müssen: Weiterlesen »